Airport Pick-up geglückt: China ich komme

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Ja, der Pick-up vom Flughafen hat doch tatsächlich reibungslos geklappt. Kaum hatten wir das Gebäude verlassen, winkte auch schon ein Chinese mit einem Schild mit meinem Namen drauf. Das hatte ich mir schon immer einmal gewünscht.

Auf der folgenden Taxifahrt wurde uns dann der erste Unterschied zwischen Hong Kong und Mainland China bewusst: Die Verkehrsregeln, bzw. deren Nichtvorhandensein. Zwar gefiel mir zuerst, dass hier alle auf der rechten Seite fahren, aber das war dann auch schon alles, was hier geregelt zu sein scheint. Überholt wird wird links sowie rechts. Auf zweispurigen Fahrbahnen, die zugegebenermaßen recht breit angegelegt sind, wird ständig überholt. Kommen Fahrzeuge entgegen wird ersteinmal nur wild gehupt und bei Bedarf einfach auf den sandigen Standstreifen ausgewichen. Das hat zum Glück auch immer geklappt. Am letzten Tag kam uns dann noch ein Geisterfahrer auf dem Highway entgegen, das wars dann aber auch schon an Verkehrshighlights.

Guilin selbst ist kurzgesagt ein Drecksloch. Außer dem Flughafen und unserem tollen Hostel (Wada Hostel – sehr empfehlenswert!) gabs hier nichts was einen als Tourist interessieren könnte. Interessant war nur wieder, als wir uns mit Locals im Hostel unterhalten haben, dass die Chinesen selbst Guilin als Kleinstadt sehen. Das dachte ich davor auch, allerdings nur, bis ich dann gehört habe, dass die Bevölkerung beachtliche 1,3 Mio. Menschen zählt.

Am nächsten Morgen hatten wir eine Bus und Bootstour in den Süden von Guilin, nach Yangshuo gebucht. Auf der Hälfte der Strecke stiegen wir auf Floße um und sind den bekannten Li River auf und ab gefahren. Links und rechts stehen die typischen Karsthügel, einfach herrlich. Unser Hostel in Yangshuo war nochmal eine Steigerung des Wada Hsotels in Guilin. Wir hatten zu fünft ein 6er Dorm gebucht, hatten also ein eigenes Zimmer im 5. Stock. Direkt vor unserer Tür ging es ein paar Stufen rauf und wir standen auf der Rooftopbar, sehr gemütlich mit Blick auf die Stadt (die diesmal wirklich klein war) mit den Karthügeln ringsrum und dem Li-River dazwischen. Abends wurden die Berge von Scheinwerfern angestrahlt. Einfach herrlich.

Während der verbleibenden drei Tage in Yangshuo stand dann auf dem Programm: Eine Fahrradtour zum Moonhill und Besuch einer Tropfsteinhöhle. Das besondere an der Höhle war, dass sich darin ein Schlammbad und ein Paar Gänge weiter ein Bad mit heißen Quellen befand. Ein weiterer Tag war dann für den Besuch der Reisterrassen in Longsheng verplant. Gut dass wir am Tag davor noch nicht wussten, dass dieHinfahrt alleine 4 Stunden in Anspruch nimmt. Immerhin hatten wir dadurch Gelegenheit Schlaf nachzuholen. Richard hatte an diesem Tag leider etwas Pech. Er hat das Essen beim Inder am Abend davor nicht wirklich vertragen und hing deshalb den ganzen Tag über gelinde gesagt in den Seilen.

Die nächste Station war Shanghai, die wir wieder mit dem Flugzeug von Guilin aus ansteuerten. Alex und Connor sind uns nicht gefolgt, sondern am selben Tag nach Sanya ins Hawaii Chinas geflogen. Unsere Gruppenstärke von 7 Leuten blieb aber unverändert, da in Shanghai die beiden Schweden Madeleine und Ivar dazustießen. Die beiden waren schon zuvor in Yangshuo und haben sich deshalb erst später angeschlossen. Das erste was wir gemacht haben, um einen Überblick zu bekommen war eine Bus Tour der Big Bus Company, die es auch in London und Hong Kong gibt. Besonders gefallen hat mir der Bund, die Uferpromenade mit vielen monumentalen westlichen Bank und Verwaltungsgebäuden. Auf der anderen Seite ist dann der Financial District mit der bekannten Skyline Shanghais zu finden. Nach 2,5 Tagen hatten wir allerdings alles gesehen, was uns interessiert hatte und so nahmen wir am dritten Tag bereits den Highspeed Train nach Beijing.

Dieser überwindet die Strecke in weniger als 5 Stunden und fährt konstant 300 km/h mit nur 3 oder 4 Stops. Die Highlights in Peking waren der Tiananmen Square, die Forbidden City, der Summer Palace, welcher vielmehr ein riesengroßer Park mit besagtem Tempel als einem von vielen schönen Details ist. Außerdem haben wir das Birdsnest besucht, das Stadion, in dem auch die beeindruckende Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 stattfand. Achso, die Chinesische Mauer haben wir natürlich auch noch mitgenommen und das kuninarische Highlight der Reise, war ein Restaurant gleich neben unserem Hostel. Die Pekingente dort und die Beilagen waren so lecker, dass wir von Vier Abenden drei mal dort gegessen haben.

Wie so oft gilt auch hier: Bilder sagen mehr als 1000 Worte

Take-Off to Mainland – Destination 1: Guilin

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Vorab: Da WordPress in von der „Great Chinese Firewall“ geblockt wird, konnte ich den Artikel nicht online stellen und reiche Ihn hiermit nach:

Kurzes Update: Ich bin soeben für zwei Wochen nach China aufgebrochen. Nachdem ich heute just in time, wie es sich für einen Logistiker gehört, ein mid-term paper fertiggestellt habe, das am Donnerstag eingereicht werden muss, galt es ein weiteres Mal meinen Koffer zu packen. Doch diesmal startet die Reise nicht am Flughafen in Hong Kong. Stattdessen sind wir von der Hung Hom Station, sowas wie Hong Kongs Hauptbahnhof mit Anschluss zu Mainland China, zwei Stunden mit dem Zug über Shenzhen und Dongguan nach Guangzhou gefahren. Die Flüge von dort nach Guilin waren einfach wesentlich billiger. Guangzhou ist übrigens Chinas drittgrößte Stadt. Es wird erwartet, dass die Stadt bis 2030 sowohl mit Dongguan, als auch Shenzhen zur weltgrößten Metropolreion zusammenwachsen wird. Das wären heute schon über 40 Mio (Danke, Farzin für diese Info). Menschen. Unglaublich, wenn man sich vorstellt, dass wir mit dem Zug schon knapp 2 Stunden vom einen Ende bis zum anderen gebraucht haben. Nun sitze ich also im Flieger kurz vor der Landung in Guilin, auf das ich mich schon eine ganze Weile besonders freue, weil es mir endlich ermöglicht, wenn auch nur einen winzigen Ausschnitt, Chinas wunderschöner Natur kennenzulernen.
Der Plan für morgen sieht eine Bootsfahrt auf dem Li River durch die Karstberge und Schluchten der Region bis nach Yuanshuo vor, wo wir drei weitere Nächte verbringen werden um unter anderem die Reisfelder zu bestaunen. Naja ganz so langweilig wie sich das anhört wird es bestimmt nicht, ich werde berichten.

So und jetzt hoffe ich, dass der Pick-Up Service zum Hostel funktioniert. Ich wollte schon immer mal am Flughafen von einem Schild mit meinem Namen drauf abgeholt werden. Mal sehen ob darauf heute was wird.

Konnichiwa Tokyo, Japan

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Vor einem Monat hätte ich nie daran gedacht einmal nach Japan zu reisen. Ich wusste viel zu wenig über die Faszination, die eigentlich von Land und Leuten ausgeht und auch wenn Tokyo in „nur“ knapp 5 Flugstunden von Hong Kong aus erreichbar ist, war das Land bisher nicht auf meiner Reise-Wunschliste vertreten. Auch unter den anderen Austauschstudenten fanden sich nur sehr wenige die in Erwägung gezogen haben, während ihres Semesters in Hong Kong nach Japan zu fliegen. Dafür standen Ziele wie Thailand, Bali, die Philippinen und natürlich China selbst viel zu hoch im Kurs. Doch als Dany mich vor zwei Wochen auf ein verlockendes Paket von Cathay Pacific aufmerksam gemacht hatte habe ich nicht lange überlegt und mir wurde klar, dass ich die Gelegenheit nicht so schnell wieder bekommen würde nach Japan zu kommen. Vergangenen Freitag ging es dann früh morgens los und uns standen 4 Tage Tokyo bevor.

Hier ein paar der Erlebnisse und Eindrücke, die ich gewinnen durfte:

  • Erste Erkenntnis auf dem Weg zum Hotel: In der U-Bahn schlafen auffallend viele der Fahrgäste und betreiben das sogenannte Power-Napping per excellence. Lustig ist, wie bei jeder Haltestelle die Augen langsam aufgehen und sich nach und nach die Köpfe kurz erheben. Kurz darauf wird es wieder fast schon unangenehm still, sodass wir Touris sicherlich jedes Mal aufgefallen sind, als wir uns ganz normal in der unterhalten haben. Allerdings schien dies absolut niemanden zu stören und obwohl wir schon durch unser Äußeres aufgefallen sind starrt einen im Gegensatz zu z.B. Mainland China niemand an. Ich bilde mir irgendwie ein, dass dies an der Toleranz und der allgemeinen Gelassenheit und Ruhe, die die Japaner ausstrahlen, liegt. Zudem sind die Menschen extrem freundlich und zuvorkommend und zwar auf eine sehr natürliche und ehrliche Art und Weise.
  • Apropos U-Bahn: Sowas hab ich noch nie erlebt: Zunächst einmal ist die Stadt und damit die Anzahl an Bahnlinien riesengroß. Tokyo ist nicht umsonst die größte Stadt der Welt mit den meisten Einwohnern – Die Metropolregion Tokyo hat über 35 Millionen Einwohner. Schaut man auf den U-Bahnplan erinnert das Ganze doch sehr an eine Zeichnung eines 5-Jährigen, der alles aus seiner Packung Buntstifte herauszuholen versucht, indem er sein Blatt mit bunten spaghettiähnlichen Linien verziert.
  • Sprache: Vom Klang des Japanischen bin ich ganz begeistert. Allein schon wie man hier „Arigato“ ausspricht– einfach herrlich. Auf jeden Fall gefällt mir die Sprache wesentlich besser als Mandarin oder Kantonesisch, obwohl ich über die drei Wörter Hallo, Danke und Auf Wiedersehen selbst in der kurzen Zeit nicht hinausgekommen bin.
  • Sushi: eh klar, lecker und überall zu haben. Aber auch andere Gerichte, wie Suppen oder Nudeln waren sehr gut.
  • Gestern, am 11. März waren wir auf dem Tokyo Governmental Building, um die Aussichtsplattform dort zu besuchen. Im Aufzug fiel uns ein Infoblatt auf, welches über die Schweigeminute um 2:46pm für die Opfer des Tsunamis an der Ostküste Japans mit all seinen Folgen aufklärten. Zufälligerweise waren wir genau zu dieser Zeit auf der Besucherplattform und konnten somit daran teilnehmen. Unfassbar, dass das Ereignis bereits ein ganzes Jahr her ist.
  • Mode: Bei dem Thema muss ich mich schon wieder des ein oder anderen Superlativs bedienen – Jeder, der mit Namen wie der „109“ Mall oder der Takashita Street in Harajuku etwas anfangen kann, wird mir hier Recht geben. Abgesehen von den generell sehr modebewussten Japanern, die man auf der Straße trifft – insbesondere deren weibliche Vertreterinnen – setzt „109“ noch einen oben drauf: Die Mall befindet sich am bekannten Times Square, eine große Kreuzung über die bei jeder Grünphase mehrere Hundert Menschen die Straßenseite wechseln. Über zehn Stockwerke erstrecken sich absolut abgefahrene Läden voller Kleidung und Accessoires, allerdings ausschließlich für junge Frauen. Das männliche Publikum würde ich auf etwa 2% schätzen, uns vier Jungs (Brody, Farzin, Dany und mich) bereits miteingerechnet. Danke an dieser Stelle an Leigh, die – ebenfalls fasziniert von diesem Ort – mit uns über alle zehn Stockwerke hinweg „Alibishoppen“ gegangen ist.
  • Einen Tag später sollte sich herausstellen, dass selbst das noch in den Schatten gestellt werden kann. Und zwar vom Stadtteil Harajuku. Hier tummeln sich wiederum hauptsächlich junge Leute in einer recht engen Straße mit wiederum verrückten japanischen Modegeschäften. Ich kam mir mit meiner Jeans vor wie jemand der zufälligerweise ohne Kostüm am Kölner Rosenmontagszug teilnimmt. Auch hier kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Selbst Lady Gaga würde hier wahrscheinlich als konservativ gekleidet auffallen.
  • Gleich nebenan befindet sich Yoyogi Park, ein etwas surreal wirkender Ort, an dem sich alle möglichen Künstler und Alternativen aufhalten und jeden Sonntag ihren Hobbies nachgehen. Wie gut, dass wir zufällig Sonntags hier vorbeikamen. Begrüßt wurden wir von einer mehrköpfigen Rockabilly Dance Gang, die sich mit einer weiteren Tanztruppe ein Duell geliefert hat. Kurz danach kommt uns ein Japaner entgegen, der mit einem riesen Hasen Gassi geht und im Park mit einem kleinen Jungen spielt. Außerdem gab es Theaterproben in irren Kostümen, Breakdancer, Kampfsportübungen und einen Poweriser-Akrobaten (Poweriser sind diese Sprungfederschuhe, die wohl spätestens durch Wetten… Dass…? bekannt geworden sein dürften)
  • Sakura: Das Glück war wohl mit uns: Ohne dass wir es vorher geplant hätten, beginnt in Tokyo in wenigen Tagen die Kirschblüte, eines der Hauptereignisse in Japan. Immerhin war der ein oder andere Kirschbaum bereits leicht am Blühen.

Für den Rest des Monats werde ich mich wieder Hong Kong widmen und versuchen wieder etwas Ruhe in mein Leben einkehren lassen, wenn das hier überhaupt möglich ist. Die letzten Wochen waren schließlich sehr ereignisreich. Ein kleiner Ausblick, was noch kommt: Anfang April stehen zwei Wochen China auf dem Programm. Die Route steht bereits fest: Hong Kong – Guilin – Shanghai – Peking und zurück. Zwei Flüge sind gebucht, den überwiegendenTeil fahren wir mit dem Zug. Davor bekomme ich aber erstmal Besuch von meiner Familie, auf die ich mich schon wie ein Schnitzel freue 😉

Sayonara!

Field Trip nach Shenzhen

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Gestern war ich in Shenzhen, eine der Sonderwirtschaftszonen Chinas, wozu Hong Kong im Übrigen auch zählt. In Shenzhen war ich zwar schonmal, allerdings lediglich zum „shoppen“. Die 13 Millionen-Stadt ist geprägt von großen Malls, welche bis unter die Decke voll sind mit allem was man fälschen kann. Von DVDs, über Uhren, gefälschte Markenkleidung und -Schuhe bis hin zu Handys, kopierten iPads, iPods und ganzen Laptops findet man hier alles. Die Qualität der Kleidungsstücke ist zu einem großen Teil erstaunlich gut. Nicht selten werden die Originale ebenfalls in Shenzhen gefertigt, wenn nicht sogar von den selben Fabriken. Diesmal waren die Malls aber nicht unser Ziel sondern wir hatten die einmalige Gelegenheit sowohl eine Textilfabrik, als auch eine Druckerei für Verpackungsmaterial zu besichtigen. Möglich wurde das durch meinen Professor, den ich in einem Seminar über die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen als Dozenten habe. Dieser Kurs ist übrigens ganz klar der beste, den ich an der HKBU belegt habe. Zwar ist der Kurs komplett auf deutsch, aber die Inhalte sind umso interessanter, zumal 90% der Studenten Chinesen sind, aber bereits ein Jahr in Deutschland gearbeitet haben und dank vorherigem Sprachkurs für mein Verständnis extrem gut Deutsch sprechen und auch verstehen. Den einzigen, den meine chinesischem Mitstudenten etwas fürchten, ist Patrick. Patrick ist Österreicher, kommt aus Graz, und spricht auch dementsprechend.

Zurück nach Shenzhen: Zunächst hieß es früh aufstehen, denn wir mussten bereits um Punkt neun an der Grenzstation in Lo Wu sein (Übrigens eine beliebte Grenze für Schmuggler, die aufgrund der niedrigen beziehungsweise nicht vorhandenen Steuern in Hong Kong, versuchen,  die Ware am Zoll vorbei nach China zu bekommen). Dort angekommen trafen wir auf unsere restlichen Kursteilnehmer und wurden auch schon von einem typisch chinesischen Minibus abgeholt.

Die erste Fabrik stellt alle möglichen Textilien her: T-Shirts, Hosen, Unterwäsche, Bettwäsche. Gewundert hat mich, wie bereitwillig uns jegliche Art von Fragen beantwortet wurden und wie sauber das Unternehmen doch ist. Es handelte sich ganz klar um eine der besseren Fabriken, die über chinesische Vorgaben hinaus von westlichen Kunden anerkannte Zertifizierungen besaß und in Hinblick auf die unvorhersehbaren Kontrollen auch Besuchergruppen vorzeigbar ist. Abgesehen davon erinnerte alles doch sehr an die Bildern die ich schon aus dem Fernsehen kannte: Riesige Hallen mit schulbankähnlich aufgereihten Tischen, an denen überwiegend junge Frauen, aber auch Männer an Nähmaschinen Oberteile arbeiteten. Die Fabrik ist mehrere Stockwerke hoch und jedem Stockwerk werden unterschiedliche Arbeitsschritte durchgeführt. Interessant war auch die angewendete Siebdrucktechnik, mit der die Arbeiter Grafiken und Logos auf die T-Shirts pinselten. Da wurde mir erst einmal bewusst, dass unsere Kleidung auch in der heutigen Zeit fast ausschließlich in Handarbeit hergestellt wird. Kein Wunder, dass die Produktion deshalb in Niedriglohnländer gezogen ist, wobei die Textilindustrie, welche wegen der Kompaktheit der Maschinen leicht den Ort wechseln kann bereits nach Westchina, wo die Gehälter noch nicht so stark gestiegen sind, weiterzieht. Alternativ  aber auch nach Vietnam oder Kambodscha, wobei hier das Klima, die Arbeitsmoral der Arbeiter und die enorme Korruption bemängelt wird. Die letzteren Punkte sind anscheinend ausschlaggebend dafür, dass heute immer noch ein Großteil der produzierenden Industrie in von der Finanzkrise gebeutelten Regionen wie Shenzhen sitzt.

Die zweite Fabrik war ein paar Stadtteile weiter,stellt Verpackungen her und bedruckt diese auch. Im Showroom durften wir eine ganze Menge von Referenzschachteln und Displays begutachten, worunter auch bekanntere Namen, wie Nintendo, Sony, Clinique und sogar Kinderschokolade zu finden waren. Beim Anblick der eingesetzten Anlagen wurde mal wieder die Stärke des Deutschen Maschinenbaus deutlich: Nagelneue Druckpressen von Heidelberger Druck und MAN mitten in einer schäbigen chinesischen Hinterhoffirma, auch wenn diese 300 Mitarbeiter hat und entsprechend groß ist.

Wen es interessiert hier ein paar Zahlen: Eine recht hochwertige da aufwendig mit Silberfolie bedruckte) Schachtel für Clinique wird für 3 US$ von der Druckerei abgegeben. Die georderte Stückzahl liegt bei 1 Million, leider wurden die Herstellungskosten nicht verraten.

Überraschenderweise führte uns der Geschäftsführer nicht nur durch die Hallen und Büros, sondern auch durch die Dormitories, wo einige der Mitarbeiter untergebracht sind. Da die Arbeitnehmer in der Regel von weiter weg kommen, um Arbeit in den Fabriken zu finden ist es nicht unüblich, dass vom Arbeitgeber auch ein Wohnungskomplex auf dem Betriebsgelände zur Verfügung gestellt wird. Beim Anblick der trostlosen Zimmer, die sich etwas gehobenere Angestellte zu zweit teilen müssen, wird einem aus Deutschland kommend schon etwas anders zumute. Auch weil uns die Arbeiter der Textilfabrik erzählt haben, dass sie über sechs Tage verteilt pro Woche 55-60 Stunden arbeiten, und das für 69 RMB am Tag, also momentan etwa 9,20€. Das entspricht etwas mehr als dem gesetzlichen Mindestlohn, der in China gilt.

Wie immer hab ich natürlich ein Paar Bilder gemacht, die ich hier nicht vorenthalten möchte:

Viele Grüße aus Tokyo, ich hoffe ich finde auf dem Rückflug Zeit, um davon zu berichten.

Singapur und Kuala Lumpur – Wenn sich Kölner in Asien Treffen

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Es war vor etwa einem dreiviertel Jahr in einer Kneipe in Köln, wo genau weiß ich nicht mehr, hauptsache es gab kühles Kölsch: So langsam wurde klar, wer wohin ins Ausland gehen wird und so stellten Tobi, Leo, Stefan, Marcel, Max und ich fest, dass wir alle zur gleichen in Asien sein werden. Keine Frage, Städte wie Singapur, Pattaya, Kuala Lumpur und Hong Kong haben alleine schon jede Menge zu bieten, aber wenn man schonmal in der Gegend ist möchte man natürlich auch noch ein paar andere Länder kennenlernen. Also beschlossen wir kurzerhand, sich wenn möglich an einem Ort zu treffen oder zumindest sich gegenseitig zu besuchen.

Zuerst war geplant, sich Anfang April zu einer der Full-Moon-Parties in Thailand zu treffen. Der Plan steht zwar noch, allerdings ohne mich, da ich erstens schon in Thailand war und zweitens erst kürzlich die Phillippinen genießen durfte, die wie ich finde zumindest an den Küsten Thailand sehr ähnlich sind. Was liegt also näher, als über eines meiner reisefreundlichen 4-Tage-Wochenenden Stefan und Leo in Singapur zu besuchen und Tobi zu fragen, ob er nicht für ein Wochenende aus Kuala Lumpur dazustoßen möchte. Zwei Skypecalls und eine Mail später hatte ich drei feste Zusagen und noch dazu das Angebot von Marcel und Max, dass sie zumindest versuchen aus Thailand dazuzukommen. Grund genug für mich, die Flüge zu buchen.

Unsere zwei Pattayaner haben es sich zwar dann noch anders überlegt, doch als ich mit meinen beiden ebenfalls Kölner Mitstudenten Dany und Dominik in Hong Kong gesprochen habe, haben auch sie einen Tag später gebucht.

Letzten Freitag standen dann Dany und ich an der Bushaltestelle vor unserer Uni und warteten auf den Shuttlebus zum Flughafen, um festzustellen, dass zwei Finnen, ebenfalls exchange students an der HKBU, am selben morgen einen Flug nach Singapur gebucht haben. Als ich vor 4 Wochen gebucht habe dachte ich, ich würde alleine meine Freunde in Singapur treffen, doch die Reisegruppe wurde immer größer und größer. Egal, the more the merrier…

Singapur ist der Wahnsinn, und ja es ist sehr sauber überall. Allerdings in meinen Augen nicht so steril, wie viele, mit denen ich vorher darüber gesprochen habe, meinten. Da ich mich von den anderen überreden habe lassen, am selben Wochenende mit nach Kuala Lumpur zu fahren, hatten wir nur zwei Nächte und eineinhalb Tage in Singapur zur Verfügung. Im Nachhinein war aber für mich die Entscheidung für beide Städte/Länder und den damit verbundenen Stress definitiv die richtige Entscheidung.

Das Highlight in Singapur war neben einer gemütlichen Touri-Bootstour auf dem Singapur River ganz klar das Marina Bay Sands Hotel im Süden der Stadt. Unsere Locals haben uns zu unserem Glück mitgenommen und uns gezeigt, wie man das Personal des Hotels umgeht und Zugang zum berühmt berüchtigten Infinity Pool in der atemberaubenden Open-Air-Spa-Area bekommt. Unsere beiden Finnen, die später nachkommen wollten hatten leider weniger Glück und mussten sich mit der neben dem Pool befindlichen Aussichtsplattform zufriedengeben (und uns beim Baden zusehen), was die beiden jetzt noch ärgert. Da wir am späten Nachmittag auf dem Gebäude waren konnten wir bei 30 Grad sowohl den Sonnenuntergang über der Skyline Singapurs als auch die Light- und Lasershow aus der Vogelperspektive ansehen.

Am nächsten Tag hieß es früh Aufstehen: Um 7 Uhr mussten wir am anderen Ende der Stadt in einer Mall sein, um den Bus nach KL zu betreten. Die Fahrt dauert 5h und die Busse sind verglichen zu mir bekannten Reisebussen aus Europa extrem luxuriös. Jeder hat einen riesen Sessel, der fast komplett in die Liegeposition versetzt werden kann, von der ich die gesamte Fahrt über gebrauch gemacht habe. Von Dany haben Tobi und ich allerdings an diesem Morgen nichts gehört, er hatte wie wir auch nur drei Stunden geschlafen und wie auch immer seine 4 Handywecker überhört. Dany war im Hostel untergebracht, sodass wir ihn nicht wecken konnten. Er nahm allerdings einen Bus später, sodass wir ihn um etwa 14 Uhr in Kuala Lumpur in Tobis Wohnung willkommen heißen konnten.

KL ist natürlich ganz anders als Singapur, allein schon wegen dem Chaos und dem ganzen Müll der überall zu sehen ist. Die Highlights hier waren einmal ein indisches Restaurant, das wir zufällig entdeckt haben. Der Kellner dort war extrem nett und hat uns alles erklärt und gezeigt (von wegen rechte Hand und so…). Zum anderen natürlich das Wahrzeichen Malaysias, die Petronas Towers, das 6. höchste Gebäude der Welt. Rauf konnten wir leider nicht, da die täglich verfügbaren 1000 Tickets bereits vergriffen waren.

Am nächsten Tag ging es wieder früh morgens nach Singapur zurück und am Abend waren wir wieder bei 10 Grad und Regen in Hong Kong, schließlich hatten wir am Tag darauf ja wieder Uni und morgen das erste Mid-Term exam, auch wenn sich das hier nicht so anhören mag. In diesem Sinne, gute Nacht…

Karneval in LKF, Hong Kong

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An was denken anfang Februar zwei Kölner und ein Allgäuer, der aber die letzten zweieinhalb Jahre die kölsche Lebensart kennengelernt und dementsprechent ebenfalls ein großes „Hätz für Kölle“ hat? Ja, richtig: An Karneval. Dementsprechend überzeugend wurde durch uns die Tradition des „German Carneval“ unter den exchange students kommuniziert. Ein großes Dankeschön in diesem Zusammenhang an Lisa und Alex aka Axel aus Österreich und Cecilie aus Dänemark, die gleich Feuer und Flamme waren und mitgeholfen haben letztendlich etwa 25 kostümierte, internationale Jecken zusammenzutrommeln, die zur Verwunderung aller anderen an einem Donnerstag Abend das Hong Konger Nachtleben in LKF (Lan Kwai Fong) unsicher gemacht haben. Siehe Fotos…

Living on campus – A life in elevators with room mates, floor mates and toilet mates

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Damit ihr euch vorstellen könnt, wie ich hier lebe will ich vom Leben im Studentenwohnheim an der HKBU erzählen. Die Studenten, die wie ich in den dorms untergebracht sind – und das sind die meisten hier –  wohnen alle in den zwei fast identischen Towern auf dem Campus. Meine Wenigkeit wohnt im neunten Stockwerk des North Towers. Das Gebäude hat zwar 20 Stockwerke und somit bin ich schonmal in einer ordentlichen Höhe, doch der Blick hält sich leider in Grenzen, da ich genau auf den South Tower blicke. Aber ganz so schlimm ist es nicht, da ich sowieso nur zum Schlafen „zu Hause“ bin. Das ganze Leben spielt sich außerhalb ab. Um einen guten Blick über Kowloon und bei gutem Wetter sogar bis nach Hong Kong Island auf den Victoria Peak zu bekommen brauche ich nur mein Zimmer zu verlassen, mit dem Aufzug in den 19. Stock zu fahren und dort auf das begrünte Dach zu gehen, das sich sobald es hier wärmer wird zum Grillen anbietet. Apropos Aufzug: Ohne „Elevator“ geht hier rein gar nichts. Um pünktlich zur Vorlesung zu erscheinen sollte man auf jeden Fall ca. 5 min mehr einplanen, da gerade kurz vor Vorlesungsbeginn das halbe Gebäude die drei zur Verfügung stehenden Aufzüge benutzt. Öffnet sich dann endlich nach dem Jingle die Aufzugtür, muss man oft feststellen, dass einen lauter grinsende Chinesen und etwa ein bis zwei, einen Kopf größere und vom Vorabend übernächtigte exchange students anglotzen und einen so unmissverständlich darauf aufmerksam machen, dass man selbst keinen Platz mehr hat. Die Kantonesische Durchsage kurz vor Erreichen meines Stockwerks kenne ich mittlerweile bereits auch im Schlaf: „gáu láu – Ninth Floor“

Mein Zimmer teile ich mit Andrew, einem Politikstudenten aus Hong Kong. Auf den Bildern seht ihr, dass der Platz recht begrenzt ist und alles etwas nach Jugendherberge aussieht. Nun, das sieht nicht nur so aus, genau so fühlt es sich auch an. Der Nebenraum ist das Bad, das wir uns mit dem dahinter befindlichen Zweier-Zimmer teilen. Diese zwei floor mates werden deshalb auch liebevoll „toilet mates“ genannt. Vor einem halben Jahr hätte ich niemals gedacht, dass ich mal so etwas wie einen „toilet mate“ haben würde. Viel bekomme ich von den beiden nicht mit. Ab und zu trifft man sich morgens beim Zähneputzen. Und alle paar Tage wird man morgens um drei, vier Uhr von schallendem Gelächter aus dem Nebenzimmer geweckt, wenn beim allabendlichen FIFA Spiel mal wieder ein Tor gefallen ist.

Heute habe ich es endlich geschafft mit Andrew zum Abendessen nach Kowloon City zu gehen, was sich nur etwa 15 min zu Fuß vom Campus entfernt befindet. Kowloon City ist bekannt für das beste (einfache) internationale Essen in Hong Kong. Nach einem Dim Sum Laden (hauptsächlich mit Fleisch oder Seafood gefüllte Teigtaschen, sogenannte Dumplings – von der Konsistenz her ungefähr vergleichbar mit Maultaschen)  ist Andrews Lieblingsrestaurant ein Pakistani, der auch mich begeistert hat. Neben einer Hühnersuppe für 4 Personen, einem Riesen Teller Tofu, Lammfleisch und Lachsbrot gab es natürlich, wie zu jeder Mahlzeit Reis, was mich zum Schluss auf die Kantine auf dem Campus bringt.

Das Verhältnis zur Kantine kann man denke ich am besten mit einer Art Hassliebe beschreiben. Auf der einen Seite ist die Kantine perfekt gelegen, im Erdgeschoss der Residence Halls, sprich dem Studentenwohnheim und 7 Tage die Woche bis 23 Uhr abends geöffnet. Außerdem ist das Essen dort recht günstig. Auf der anderen Seite ist dieses auch geschmacklich und nicht allzu selten optisch an die niedrigen Preise angepasst. Betrachtet man die große Tafel mit den täglich leicht variierenden Gerichten, freut man sich auf den ersten Blick über die große Auswahl. Schaut man dann genauer hin, stellt man fest, dass sich die Gerichte in drei Kategorien einteilen lassen: Noodles (in Suppe versteht sich), Reis mit entweder Chicken oder Pork oder ungefähr zehn Variationen daraus und Sandwiches (ja, diese ungetoasteten Dinger in dreieckigen Plastikverpackungen, über die ich mich in England immer schon lustig gemacht habe). Bei den Gerichten mit Fleischbeilage ist dieses immer in mundgerechte Stücke zerschnitten. Wählt man Chicken sollte man sich im Klaren sein, dass in 90% der Fälle dieses mit samt Knochen serviert wird und man mit zwei Stäbchen bewaffnet ans abknabbern machen darf. Aber auch das geht nach ein paar Tellern und etwas Geduld ganz gut.


Chinese New Year – Year of the Dragon, Phillippines

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Seit meiner Ankunft in Hong Kong schwanken die Temperaturen zwar zwischen 15-20 Grad Celsius, doch doch wegen der hohen Luftfeuchtigkeit fühlt sich das Ganze dann doch noch recht frisch an. Besonders dadurch, dass es in Hong Kong in aller Regel keine Heizungen gibt. So hat mein Zimmer im Studentenwohnheim zwar eine Klimaanlage, für die ich sicherlich später noch dankbar sein werde, und ein windiges Fenster aber eben keine Heizung.

Grund genug bereits nach der ersten Vorlesungswoche die freien Tage nach Chinese New Year zu nutzen, um etwas Sonne zu tanken. Also beschlossen Dominik, Dany, Patrick und ich 4 Tage auf den Philippinen zu verbringen.

Doch zuerst stand Chinese New Year an, das ich unbedingt in Hong Kong verbringen wollte. Einerseits, wegen des berühmten Feuerwerks am 24. Januar, aber vor allem weil mich mein einheimischer Roommate Andrew zu einem CNY family gathering eingeladen hat. Nachdem alle Älteren Familienmitglieder den Jüngeren (auch mir) die traditionellen Geldumschläge mit Glückwünschen rund um Chinese New Year übergeben haben gab es traditionelles cantonese style Essen, das die Großmutter gekocht hat. Ich hab alles probiert und auch für lecker empfunden. Sehr gefreut hab ich mich natürlich über den Teller mit Rostbratwürsten, die die Großmutter extra für mich besorgt hat.

Am nächsten Tag stand dann auch schon unser Flug nach Cebu auf den Phillippinen an. Nach Überwindung einiger bürokratischer Hürden am Check-In Schalter von Phillippine Airways (Patrick sollte seine Kreditkarte vorzeigen, die im dummerweise 2 Tage zuvor samt Portmonee geklaut wurde) kamen wir schließlich spät Abends an unserem gebuchten Beach Resort ganz im Norden von Cebu Island an. Die Lage: Abgelegen ist kein Ausdruck. Für Ruhe und Entspannung war also gesorgt.

Video

Yet another blog is born

Vier Wochen ist es nun her, dass ich nun bereits zum zweiten Mal für sechs Monate ins Ausland aufgebrochen bin. Nach einer unvergesslichen Zeit in San Diego, CA hat es mich auf die andere Seite des Globus gezogen, nach Hong Kong. Die Zeit vergeht, wie immer in aufregenden Zeiten, unglaublich schnell und ein Erlebnis folgt auf das andere. Damit ich möglichst viele meiner Erfahrungen und Erlebnisse nicht bald schon wieder vergessen habe und diejenigen, die es interessiert, auch daran teilhaben können, habe ich mir vorgenommen diesen Blog zu schreiben. Und das hier ist der erste Post, festhalten es geht bald los.

Zur Einstimmung hier ein Video, was einen Teil der Faszination Hong Kongs ausmacht.